Funktion Petrischutzsystem und Inseln

Beide Systeme – sowohl die Röhrichtinseln mit Netz als auch dass PSS – sind in ihrer Funktion der Kormoran-Prävention wirkungsgleich. Eine undurchdringliche „Außenhaut“, aus Netz oder Holzleisten, bietet den Fischen nachweislich einen sicheren Zufluchtsort vor Kormoranen und anderen großen Räubern. Unterschiedlich ist aber der Einsatzort. Während die Röhrichtinseln eher auf kleineren und flachen Gewässern zum Einsatz kommen, ist das PSS primär für größere Gewässer- und tiefen konzipiert.

Beide Systeme kommen dann zum Einsatz, wenn die Gewässer erhebliche strukturelle Defizite aufweisen oder unter starkem Kormoranbefall leiden. Sie sind auch nur für stehende Gewässer geeignet.

Röhrichtinseln und PSS sind flexibel. Je nach Jahreszeit oder aus anderen Gründen können sie an andere Stellen im Gewässer versetzt werden, wobei das PSS vorher aufgetaucht wird.

Es ist unstrittig, dass Kormorane eine massive Störung auf die natürliche Entwicklung von Fischbeständen haben. So ist wissenschaftlich eindeutig belegt, dass Kormorane in einzelnen Gewässern ganze Fischpopulationen nachhaltig zerstört haben. Sind Beutefische zu groß, werden sie nach vergeblichen Schluckversuchen wieder fallen gelassen. Dieses „anpicken“ hat für die Fische erhebliche Verletzungen zur Folge, an denen sie dann auch oft verenden. Einzelne Kooperationen mit Jägern brachten keine nachhaltigen Erfolge, um das Kormoranproblem zu lösen.

Kormorane fressen gerne große Fische


Viel Kleinfisch macht auch satt


Kormorane fressen alles, was durch den Hals passt


„angepickter“ Fisch


Aus Mangel an echten Alternativen standen die meisten Angelvereine und Fischzüchter dieser Entwicklung bislang recht hilflos gegenüber.

Mit dem Einsatz von Röhrichtinseln und dem Petri-Schutzsystem ist erstmals ein effektiver und nachhaltiger Schutz der Fische möglich. Darüber hinaus haben sie einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt am Gewässer und können die Besatzkosten wesentlich senken.

Kormoraninvasion an einem Baggersee im Winter. Gerade in dieser Zeit fliehen die Kormorane aus dem Norden vor Eis und Schnee. Gleichzeitig erfolgt unglücklicherweise in dieser Zeit der alljährliche Herbstbesatz. Ohne schützende Struktur ist dann oft mit einem Verlust von weit über 80% der Besatzfische zu rechnen.

Eine weitere gemeinsame positive Nebenwirkung der beiden Systeme ist die deutliche Minimierung von Fischbesatz. Regelmäßige Besatzmaßnahmen sind problematischer, als man gemeinhin denkt. Sie bedeuten immer einen risikobehafteten Eingriff in das Gewässersystem und haben manchmal unerwünschte Nebenwirkungen – wobei die Kosten dann eher das geringere Problem sind.

Aktuelle Erfahrungen haben gezeigt, dass Vereine, die verstärkt in Gewässerstruktur statt in Besatz investierten, einen nachhaltigeren Fischbestand aufbauen konnten – zu erheblich geringeren Kosten und Risiken.

Ohne entsprechende Struktur ist Zanderbesatz nur selten von Erfolg gekrönt


Schade um die schönen Fische. Ohne schützende Struktur ist nach einem Jahr nicht mehr viel davon übrig.


Mit der Masse von Besatzfischen laden auch immer wieder unerwünschte Beifänge in den Gewässern.


Je kleiner die Besatzfische, umso größer die Verluste durch Prädatoren


Vielleicht noch wichtiger als die Fische ist der große ökologische Nutzen der beiden Systeme. Mehrjährige Beobachtungen belegen, dass Röhrichtinseln und Petri-Schutzsystem einen zusätzlichen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt im und am Gewässer haben. Beide bieten einer großen Zahl von aquatischen Lebensformen, Insekten, Amphibien und Vögeln einen neuen Lebensraum.

Über Wasser finden Libellen einen neuen Lebensraum. Unter Wasser kann sich die Brut entwickeln


Die Wandermuschel findet am Netz oder den Holzleisten einen ausreichend festen Untergrund. Sie filtrieren das Wasser und dienen nebenbei den Fischen als auch Wasservögeln als Nahrung.


Wenn mehr Fische zum ablaichen kommen, ist auch das Brutaufkommen größer. Eine willkommene Futterquelle für den „fliegenden Diamanten“


Für zahlreiche Wasservögel – hier der Haubentaucher – ist ein ausreichendes Vorkommen von Kleinfischen Voraussetzung für die Aufzucht der Jungen.


Manche Amphibien nutzen im Winter tiefere geschützte Stellen im Gewässer zum Überwintern.


Auch Graureiher profitieren vom großen Futterangebot.