Hallo,

ich bin Hubert Rietmann. Seit 2004 bin ich Vorsitzender des Angelvereins SFV Coesfeld. Der Verein bewirtschaftet drei Teiche, einen Baggersee und die Berkel, einen kleinen Fluß im nordwestlichen Münsterland. Alle Probleme, die bei der Bewirtschaftung dieser regional typischen Gewässer auftreten – wie Strukturarmut, Kormoranbefall, Ufererosion – sind mir daher bestens bekannt. Auch Nachbarvereine hatten die gleichen Probleme und schienen dieser Situation scheinbar ohnmächtig gegenüber zu stehen.

Durch viel Gehirnakrobatik, Tüftelei und mehrjähriger Erfahrung – auch Dank mehrerer Lehrgänge des LANUV in Albaum – kann ich heute mit Überzeugung sagen: Diese Probleme – Strukturarmut, Kormoranbefall und Ufererosion – sind lösbar!

Mein „Versuchslabor“ waren unsere Vereinsgewässer, an denen ich meine Ideen in die Tat umsetzen konnte. Die Erfolge sind nicht unbeobachtet geblieben. Kollegen aus den Nachbarvereinen sprachen mich an, ob ich nicht auch an ihren Gewässern gleichartige Maßnahmen durchführen könnte. Auch die für Naturschutz zuständigen Behörden sind auf meine Arbeiten aufmerksam geworden. Somit wurde es notwendig, dieser Tätigkeit einen gewerblichen Rahmen zu geben.

Mit meinem Sohn Lucas habe ich den idealen Partner für die Realisierung meiner Projekte gefunden. Und so sind wir im Laufe der Jahre zu echten Experten auf dem Gebiet der

Gewässerökologie und Kormoran-Prävention
geworden. Wenn Sie also ein Problem mit ihrem Gewässer haben, egal ob Baggersee, Angelteich oder innerstädtische Gewässer, sprechen Sie uns an.

Ohne fundierte Beratung nehmen wir keine Schraube in die Hand!

Gerne komme ich zu Ihnen und gebe in einem Vortrag in der Mitgliederversammlung oder einem Workshop zur Selbsthilfe meinen fundierten Rat zu ihrer individuellen Problemlösung.

Meine Geschichte

Wie alles begann

Jedes Jahr das gleiche Bild: Nach dem Herbstbesatz kommen die Kormorane in großen Scharen und machen alle Hegebemühungen zunichte.
Das wollte ich mir nicht länger tatenlos ansehen …

… denn das Füttern von Kormoranen gehört nicht zu den Aufgaben von Angelvereinen. U.a. ist ein satzungskonformes Ziel, die Hege und Pflege des Fischbestands, sowie die Abwehr und Bekämpfung schädlicher Einflüsse auf den Lebensraum „Gewässer“.

Bei der Hege und Pflege des Fischbestands orientieren wir uns an einem sog. Hegeplan, der von Experten des Landesfischereiverbandes für die jeweiligen Gewässer erarbeitet wurde. U.a. ist es Aufgabe der Vereine bei Bedarf Fischbesatz auszubringen, um einen dem Gewässer angepassten Bestand zu erhalten und so letztendlich den Anglern die Möglichkeit zu bieten, ihren Nahrungsbedarf an einheimischen Fischen zu decken.

Doch mit der Invasion von Kormoranen ist es hierbei in den letzten Jahrzehnten zu einer – zumindest für die Gewässer – gefährlichen Schieflage gekommen. Regelmäßig werden Besatzaktionen innerhalb von kürzester Zeit von den Kormoranen buchstäblich „aufgefressen“ und alle Hegebemühungen zunichte gemacht. Und so wurden (und werden) alle Jahre wieder die Kormorane praktisch von den Mitgliedsbeiträgen – wir reden hier von vielen tausend Euro! – der Fischereivereine gefüttert. Das wollte ich als Verantwortlicher nicht länger hinnehmen und habe über verschiedene Lösungsmöglichkeiten nachgedacht.

Die Bejagung von Kormoranen stellte sich langfristig als nicht effektiv heraus. Das errichten von Totholzhaufen im Gewässer stellte sich sogar als Schuss nach hinten heraus, da die Kormorane nun bevorzugt an diesen „HotSpots“ Beute machten.

Die ultimative Lösung des Problems für mich war, dass allein eine schützende Struktur, eine Art „Fluchtburg“, den Fischen ausreichend Sicherheit vor dem Kormoran bieten kann. Also entwickelte ich die Idee von den schwimmenden Röhricht-inseln weiter, indem ich diese mit einem Schutznetz gegen Kormorane versah.

Im Jahr 2016 installierten wir die erste schwimmende Röhrichtinsel auf unserem Baggersee und beobachteten permanent die Entwicklung über und unter Wasser. Der Erfolg war so überzeugend, dass mehrere Vereine sich auch so eine Insel für ihre Gewässer wünschten. Doch für größere bzw. tiefere Gewässer wie Baggerseen waren die Röhrichtinseln noch nicht die optimale Lösung. Nach meiner persönlichen Auswertung zweier großer Studien (Baggersee-Projekt und Knielinger See) bin ich auf die Idee des Petri-Schutzsystems gekommen.

Am 8. November 2020 wurde der erste Prototyp des Petri-Schutzsystems von Mitgliedern des SFV Coesfeld montiert und im „Kalki“ in einer Gewässertiefe von 11 Metern platziert.

Der „Kalki“ ist ein typisches Abgrabungsgewässer zur Sandgewinnung und hat eine Wasserfläche von ca. 20 ha. Seitdem wurde das System wöchentlich mittels Unterwasserkamera kontrolliert.

In der Annahme, dass das System vorerst ein Fremdkörper für die Fische im Gewässer darstellt und deshalb gemieden wird, freute es uns besonders, dass wir bereits nach nur drei Wochen die ersten kleinen Weißfischschwärme am und im Petri-Schutzsystem beobachten konnten.

Am 13. Dezember konnten wir jagende Kormorane auf dem Gewässer beobachten, die in einem anderen Teil des Sees auf Beutezug waren. Bei der routinemäßigen Kontrolle des PSS trauten wir unseren Augen nicht – es hatte sich ein großer Schwarm von Weißfischen hinter dem Schutznetz zurückgezogen. Jetzt hatten wir den Beweis, dass das PSS von den Fischen angenommen wird und als sichere „Fluchtburg“ vor den Kormoranen dient.

Von diesem positiven Ergebnis bestärkt, haben wir uns kurzerhand entschlossen, ein weiteres System anzufertigen und an anderer Stelle im Gewässer zu platzieren. Wir beobachteten nun bis in den Frühling fast täglich das Verhalten der Kormorane und konnten erfreulich feststellen, dass die Vögel äußerst selten in der Nähe des PSS jagten. Wir schlussfolgerten, dass die Vögel dort keinen Jagderfolg hatten – anscheinend nutzten die Fische die sichere Zufluchststätte und waren für die Räuber nicht mehr erreichbar.

Im darauf folgenden Januar 2021 konnten wir mit Genugtuung feststellen, dass die großen Kormoranschwärme – in den Jahren 2019/20 wurden sonst Schwärme von 50-120 Tieren gesichtet – den See mieden. Es wurden lediglich Einzeltiere beobachtet.

Nach Installation von Röhrichtinseln und Petri-Schutzsystem stellte sich als weiter positiver Nebeneffekt heraus, dass wir auf Besatzmaßnahmen weitgehend verzichten können. Bereits jetzt werden deutlich mehr Weißfische gefangen. Und durch das vergrößerte Angebot an Futterfischen sind infolge die Raubfische zahlreicher geworden. Die aktuellen Fanglisten sprechen eine eindeutige Sprache.

Im Jahr 2024 erfolgte die neueste Weiterentwicklung des Petri-Schutzsystem als Vollholz-Variante, die bis auf 7 m Höhe ausgebaut werden kann. Das ist eine ganz neue Dimension in der Strukturverbesserung. Wir werden die Entwicklung gespannt verfolgen und auf unserer Website dokumentieren.

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